Im Jahre 1874 errichtet der Kaufmann H.F. Schönfeld auf dem so genannten „neuen Rondell“ der alten Stadtbefestigung eine stattliche Villa im spätklassizistischen Stil, die heute so genannte „Schönfeldsche Villa“. Einhundert Jahre später wurde hier das Richtfest in dem von Professor Dieter Oesterlen geplanten Anbau an eben diese Villa gefeiert. Ermöglich hat diesen Erweiterungsbau eine großzügige Spende des Herforder Fabrikanten Adolf Ahlers. Von eben dieser Familie stammt auch der Vorschlag, Prof. Oesterlen mit dem Entwurf zu beauftragen, er ist ihnen aus Jever bekannt, wo er die Stadtkirche restauriert hat. Am 22.11.1975 konnte das Kunsthaus schließlich eingeweiht werden, 20 Jahre nach Gründung des Kunstvereins.Es liegt auf der westlichen Seite der alten Villa.
Die Villa Schönfeld im Juli 2004 kurz vor der Sanierung; im Vordergrund das Gotische Tor von Wolf Glossner.
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Hier fällt das Grundstück mehr als acht Meter zum Stadtgraben hin ab. Oesterlen wollte den Grünraum an drei Seiten des Museums erhalten, das neue Haus sollte sich absetzen und keinen geschlossenen Baukörper bilden, übernommen werden sollte jedoch die rechtwinklige Anlage.
Lageplan des Daniel-Pöppelmann-Hauses
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Der Situation entsprechend ist das neue Gebäude gestaffelt, in einzelne horizontal geschichtete Dächer aufgelöst. Die niedrigen Traufhöhen und die weitgehende Transparenz des Gebäudes lassen das Volumen kleiner erscheinen, so dass die Villa nicht erdrückt wird. Die eingeschossige Verbindung zwischen den Gebäuden gewährleistet ihre Eigenständigkeit. Innen ist die Kunsthalle galerieartig aufgebaut. Von der Eingangsebene hat man einen Einblick in die untere Ausstellungsebene bzw. durch die Fenster auf die umliegenden Bäume und den Stadtgraben. Das Dach, die notwendigen Stützen und die Decken sind aus Ortbeton hergestellt. Hier bleibt das Material ebenso wie bei den aus Kalksandsteinen in Sichtmauerwerk konstruierten Wänden erlebbar. Durch die Glasübergänge erscheinen die Betontröge leicht, sie schweben über dem Gebäude.
Der sogenannte Oesterlen-Anbau. Deutlich sind die Betontröge erkennbar, die der Architektur eine uverwechselbare Charakteristik geben.
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Die Beschränkung auf die drei Materialien Stein, Beton und Glas geben der Kunsthalle bis heute ihr elegantes, zeitloses Aussehen. Die Ausbildung der Details von der Führung des Sonnenschutzes, über das System der variablen Stellwände bis zur Positionierung der Stromschienen der Beleuchtungsanlage (leider entspricht sie nicht mehr dem Stand der Technik) sind sehr gut und zurückhaltend ausgeführt, so dass der scheinbar einfache Entwurf wirken kann.
Herford kann stolz und glücklich sein, ein solches Haus zu besitzen. Es gibt in dieser Stadt nur sehr wenige Gebäude aus der Neuzeit, von denen man so etwas behaupten kann.
Auch überörtlich und in der Fachpresse wurde der Neubau mit großem Interesse verfolgt. So gab es im April 1978 in den renommierten, leider nicht mehr existierenden „Westermanns Monatsheften“ einen lobenden Bericht des Münchener Architekturkritikers Peter M. Bode, der als Sohn des „documenta“-Gründers Arnold Bode auf dem Sektor der Museumsbauten sicher ein gewichtiges Wort mitreden konnte.
Der Kunstverein wird das Daniel – Pöppelmann – Haus auch weiterhin nach besten Möglichkeiten mit Leben füllen, so wie er es, allen Zweiflern zum Trotz, die letzten 30 Jahre getan hat.